Herbstreise 2015 nach Abano Terme

Auch unsere zweite Reise nach Abano Terme vom 9. bis 13. September war wieder ein voller Erfolg.

Janos war wieder einsatzfähig, das Wetter war schön, einer gelungenen Reise stand also nichts im Wege. Der nachstehende Bericht beleuchtet die Reise aus meiner Sicht und ist damit nur eine Erinnerungshilfe, aber weder vollständig noch allgemeingültig.

Zeitig wie immer fuhren wir am MITTWOCH von der Oper weg. Mittagspause machten wir am Wörthersee.

Als erste Besichtigung war die Kleinstadt PALMANOVA südlich von Udine eingeplant. Es handelt sich dabei um eine Planstadt mit sternförmigem Grundriß, der sich bis heute erhalten hat. Wir konnten den für die Kleinstadt fast zu großen Hauptplatz besichtigen. Wer genau schaute, konnte auch die drei Tore sehen, zu denen breite Straßen führen, bei der Einmündung in den Hauptplatz immer mit zwei Statuen geschmückt. Die zur Gründungszeit im 16. Jh. breiten Straßen sollten es ermöglichen, daß die Soldaten auf schnellstem Wege zu den Verteidigungsanlagen kommen konnten. Für einen reibungslosen Ablauf sorgte auch die Planung der Quartiere. Im inneren Ring hatten die befehlshabenden Offiziere ihre Unterkunft, im zweiten Ring die Soldaten und im dritten Ring schon bei der Mauer waren die Söldner untergebracht. An einer Kaserne sind wir vorbeigekommen.

Nach dieser Besichtigung bzw. Kaffeepause ging es weiter und bald waren wir bei unserem Hotel Ariston Molino Buja angelangt, das uns vom Vorjahr noch angenehm in Erinnerung ist.

Für die nächsten drei Tage stand uns wieder unsere Begleiterin Giuliana zur Verfügung, die uns schon im Vorjahr ihr Italien begeistert näherbrachte.

Für DONNERSTAG war der Gardasee vorgesehen, leider nur der südliche Teil, trotzdem fuhren wir erwartungsvoll in Richtung Westen nach SIRMIONE. Wegen eines Unfalls standen wir längere Zeit im Stau, das konnte aber unsere Vorfreude nicht trüben. Angekommen am Gardasee ging es mit dem Boot weiter um die Halbinsel herum. Hoch über uns sahen wir die sogenannten Grotten des Catull. Dabei handelt es sich heute um die Überreste einer römischen Villa mit bedeutenden archäologischen Fundstellen, die wir allerdings nicht sahen. Es dürfte hier ein antikes Sanatorium mit Thermalbad gestanden sein. Darüber wurde dann die Villa gebaut, allerdings erst nach dem Tod von Catull, der diesen Ort öfters besuchte, aber in Verona lebte.

An der Scaligerburg gingen wir nur vorbei, für eine Besichtigung fehlte die Zeit. Wir bewunderten von außen die typischen Schwalbenschwanzzinnen und waren von der Zugbrücke beeindruckt. Hier wurden wir zum ersten Mal mit der Leiter bzw. dem Wappen der Scaliger bekannt, was wir dann in Verona immer wieder sehen sollten.

Nach einem kurzen Abstecher durch die mittelalterlichen Gassen zur Kirche Santa Maria Maggiore aus derm 15. Jh. hatten wir Freizeit, die jeder auf seine Art verbrachte.

Auf der Fahrt zur geplanten Ölverkostung kamen wir an Peschiera del Garda vorbei, einer Stadt mit gewaltigen Festungsmauern. Mit Mantua, Legnago und Verona gehört diese Stadt zum oberitalienischen Festungsviereck.

Auf der Weiterfahrt kamen wir auch am Gardaland in Castelnuovo del Garda vorbei, dem größten italienischen Freizeit- und Vergnügungspark, der als Themenpark angelegt ist und auch von vielen internationalen Besuchern gefragt ist.

Anschließend fuhren wir zum Ölmuseum in CISANO DI BARDOLINO, wo uns in einem Film die Gewinnung des Olivenöls vorgeführt wurde. Man konnte auch viele Pressen und Geräte besichtigen, die in früheren Zeiten zum Einsatz kamen. Selbstverständlich war auch eine Verkostung dabei und im Shop fanden sich dann viele Produkte, die man mitnehmen konnte.

Damit war das Tagesprogramm noch nicht beendet, denn wir machten noch Halt in LAZISE, einer weiteren Stadt am See, deren Geschichte bis in die Bronzezeit zurückreicht, was durch Funde bezeugt wird. Die Burg wurde im 9. Jh. erbaut, da die Hafenstation auch zu kriegerischen Angriffen führte. Die Scaliger verwandelten die Altstadt in ein Bollwerk. Anschließend an die Burg erstreckt sich ein großer Park, den wir vom Autobus aus sehen konnten. Unser Interesse galt allerdings der Kirche aus dem 12. Jh.. Sie wurde von den am Hafen lebenden Bewohnern errichtet und dem Patron der Seefahrer, dem Heiligen Nikolaus, geweiht. Im Laufe der Zeit wurde diese Kirche zu verschiedenen Zwecken genutzt, z.B. als Kaserne, aber auch als Kino. Seit 1953 wird sie wieder als Kirche verwendet.

Die Ausstattung ist sehr einfach und bescheiden, erwähnenswert ist das wieder freigelegte Fresco einer Maria Laktans, der Stillenden Madonna auf dem Thron aus dem 14. Jh.

Nach einem kurzen gemeinsamen Spaziergang zum Hafen versuchte jeder auf eigene Faust die Stadt zu durchqueren, um wieder rechtzeitig zum Treffpunkt zu kommen.

Damit war unser Tagesprogramm erledigt und wir konnten uns im Bus auf der Fahrt zum Hotel unseren Eindrücken hingeben und versuchen, sie zu verarbeiten.

Am Abend war wie immer die Geselligkeit wichtig.

FREITAG war VERONA gewidmet, deren Altstadt seit dem Jahre 2000 zum Weltkulturerbe gehört. Die Stadt war auch einmal eine römische Kolonie, die gut erhaltene Arena ist weltberühmt. Die Geschichte der Stadt ist sehr wechselvoll. Seit der Völkerwanderung wechselte die Herrrschaft ständig.

Wir begannen unsere Besichtigung mit einer kurzen Autobusrundfahrt und genossen bei der Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau von Lourdes den Blick über die Stadt. Die Zahl der Kirchen ist sehr groß, man kann sich nicht alle merken, obwohl wir an einigen vorbeigekommen sind. Beim Panoramablick waren auch die Bogen der Arena zu sehen. Beim Rundgang zu Fuß hatten wir von der Porta Nuovo einen guten Blick auf die römische Brücke, die nach der Zerstörung wieder aufgebaut wurde, wobei auch noch vorhandenes Material Verwendung fand. Auch den Hügel mit dem römischen Theater konnten wir sehen Das für Touristen als Romeo-Haus bezeichnete Gebäude ist im Privatbesitz und kann daher nicht besichtigt werden. Daher ist dieser Programmpunkt schnell erledigt.

Für die Scaliger-Gräber brauchten wir schon mehr Zeit. Die 5 Gräber sind so an ihre sog. Hauskirche Santa Maria Antica angebaut, daß man die Kirche leicht übersehen kann.

Der Platz delle Erbe ist Marktplatz und daher mit Marktständen vollgestellt. Es ist schwierig, die historischen Fassaden aus verschiedenen Jahrhunderten in der uns zur Verfügung gestandenen kurzen Zeit auch wirklich zu sehen. Die mit Fresken geschmückten Häuser beeindrucken. Schade, daß wir nicht die Aussicht vom Lambertiturm bewundern konnten, der mächtig die Ecke des Palazzo della Ragione, dem früheren Rathaus, überragt. Die Loggia beim Gouverneurspalast auf der Piazza dei Signori kommt nicht so zur Geltung wie z.B. in Vicenza, vielleicht auch deswegen, weil so viel Trubel herrscht. Dieser steigerte sich noch, als wir zum Haus der Julia kamen. Natürlich mußten wir, die wir zum ersten Mal in der Stadt waren, auch den berühmten Balkon und die Statue besichtigen, was bei der großen Menschenmenge nicht einfach war.

Danach ging es direkt zur weltbekannten Arena. Auf dem Platz Bra verbrachten wir unsere Mittagspause. Einige machten dann noch einen kleinen Spaziergang und schon war es wieder Zeit, zum Treffpunkt zu gehen und gemeinsam den Rückweg zum beim Friedhof wartenden Bus anzutreten.

Auf der Rückfahrt besuchten wir noch SOAVE, eine malerisch gelegene Stadt mit einer vollständig erhaltenen Stadtmauer mit 24 Türmen. Natürlich ist es eine Scaligerburg, liegt am Bergrücken und die zinnenbewehrte Mauer umfaßt auch die im Tal liegende Stadt. Die Anlage ist von der Autobahn gut zu sehen und macht sicher auf viele Vorbeifahrende großen Eindruck.

Wir konnten mit dem Bus bis zum Eingang zufahren. Innerhalb der Burg gibt es aber genügend Stufen zu ersteigen, bis man endlich im Turm landet. Da die Burg heute im Privatbesitz ist, war das Fotografieren nicht erlaubt.

Reichlich müde traten wir dann die endgültige Rückfahrt zum Hotel an, um die Annehmlichkeiten des Hotels zu genießen.

SAMSTAG fuhren wir wieder nach Norden. Das erste Ziel war CITTADELLA. Die Altstadt ist komplett mit einem 2 km langen Wehrgang umgeben, auf dem wir die Stadt umrunden hätten können, allerdings beendeten wir den Rundgang bereits in der Mitte beim Südtor, damit wir auch noch durch die Stadt bummeln konnten.

Die Aussicht ins Land von der Mauer ist eindrucksvoll, bietet aber auch interessante Blickwinkel auf die Stadt. Die Mauer ist ca. 14 m hoch und durchsetzt mit 32 Wachtürmen, die im Abstand von etwa 40 m angeordnet sind. Die Stadtmauer wird durch das Aushubmaterial des Ringgrabens aufrecht erhalten, das sowohl an der Innen- wie auch Außenseite aufgeschichtet wurde. Der Ringgraben wird mit Quellwasser gespeist und bei den 4 Eingängen mit Steinbrücken überquert. Immer wieder sieht man das Wappen der Familie Carrara, das als Kutsche interpretiert wird. Der Eingang zum Wehrturm befindet sich im Nordportal, im Hause des Hauptmanns, wo sich auch das Fremdenverkehrsamt befindet. Die vier Tore sind nach den Städten benannt, in deren Richtung sie zeigen. Durch das Südtor Porta Padovana fuhren wir in die Stadt und verließen sie durch das Nordtor Porta Bassano. Dann gibt es noch das Westtor Porta Vicenza und das Osttor Porta Treviso.

Vom Wehrgang aus konnten wir das Stadttheater sehen, sowie das Rathaus mit Freilichttheater, aber auch den Dom, den wir später während des Stadtbummels auch innen besichtigten. Für das im Glockenturm befindliche Museum blieb leider keine Zeit.

Das nächste Ziel war BASSANO DEL GRAPPA. Bei der Einfahrt in die Stadt kamen wir an der Villa Rezzonico Borella vorbei, die auch Canova-Arbeiten enthält. Den sie umgebenden Park schmücken viele Statuen. Die Villa beherbergte viele bekannte Persönlichkeiten, u.a. auch Napoleon. Heute wird sie für Veranstaltungen genützt.

In Bassano parkte unser Bus bei der Porta delle Grazie, so daß wir die Aussicht auf den Monte Grappa bewundern konnten, von dem der Ortsnamen abgeleitet wurde. Der Blick in dieses Tal vor der Stadt ist wirklich wunderschön. Doch der Ort ist sehr geschichtsträchtig und spielte im 2. Weltkrieg leider eine sehr tragische Rolle. Wir gingen dann durch die Straße der Märtyrer in die Stadt zur Piazza Garibaldi.

Der Besuch im Dom San Francesco war leider sehr kurz, da zu Mittag die Kirchen geschlossen werden.

Unser Weg führte uns über die Piazza Liberta mit dem Rathaus und der ehemaligen Kirche Giovanni Battista und einen weiteren kleinen Platz mit schönen alten Gebäuden zur berühmten Holzbrücke, die seit 1569 zwar schon öfter erneuert wurde, aber dies immer wieder nach den Andrea Palladio-Plänen. Die Brücke ist überdacht und führt über die Brenta, war eine wichtige Verkehrsverbindung, ist aber heute nur mehr für Fußgänger zugelassen. Im Laufe der Zeit hatte die Brücke verschiedene Namen – Ponte Bassano, Ponte Vecchio und heute Ponte degli Alpini.

Ganz in der Nähe befindet sich das Grappa Museum der Familie Poli, die sich schon in der 5. Generation seit 1898 mit der Grappa Destillation beschäftigt. Hier wird man über die Herstellung des Grappa informiert und kann auch verschiedene Gegenstände aus früherer Zeit besichtigen. Das Museum besitzt in der hauseigenen Bibliothek eine Sammlung von vielen antiken und modernen Buchbänden, die sich mit dem Grappa und der Destillierkunst befassen. Es gibt auch eine Sammlung von Flaschen und Gefässen von den verschiedensten Destillerien. Zu einem Grappa Museum gehört natürlich eine Verkostung und so hatten wir Gelegenheit verschiedene Sorten zu verkosten und eventuell auch zu kaufen, bevor wir sozusagen in unsere Freizeit entlassen wurden.

Beim Brunnen auf dem Garibaldi-Platz trafen wir uns wieder und gingen gemeinsam zum Bus. Bei der Weiterfahrt zum letzten Blick auf die Holzbrücke konnten wir auch im Vorbeifahrenauch den Ossario-Tempel sehen, eine militärische Gedenkstätte mit den Überresten von gefallenen Soldaten im ersten Weltkrieg.

Die Fahrt nach MAROSTICA dauerte nicht lange. Bald schon kamen die zinnenbewehrten Mauern in Sicht, die von der Burg auf der Höhe Pausolino, heute Ruine, das Castello im Tal mit den angrenzenden Gebäuden vollständig umschließen. Marostica gehörte einst auch den Scaligern und ist heute berühmt wegen des Schachspiel mit lebenden Darstellern in mittelalterlichen Kostümen. Alle zwei Jahre findet seit 1954 auf dem von Arkaden umgebenen Hauptplatz das Spiel mit mittelalterlichem Rahmen statt. Das legendäre erste Spiel hat 1569 stattgefunden, der Siegerpreis war die Tochter des Bürgermeisters, der mit dem Spiel verhindern wollte, daß sich die tapferen Rivalen im Duell töteten.

Im Castello da Basso aus dem 15. Jh. sind in den Arkaden noch Freskenteile zu erkennen. Der Hauptplatz hebt sich majestätisch vom Berg Pausolino ab. Die Kirche San Antonio Abate haben wir kurz besucht.

Auch haben wir die zweite Attraktivität der Stadt genossen. Sie ist als Kirschenzentrum bekannt und wir konnten eine Verkostung einschieben. Nach der anschließenden Kaffeepause mußten wir allerdings schon die Rückreise zum Hotel antreten.

Der letzte Abend unserer Reise stand bevor und gestaltete sich dementsprechend kurz.

Über die Rückfahrt am SONNTAG gibt es nichts Erwähnenswertes zu berichten. Sie verlief angenehm in der üblichen Zeit, wofür wir uns bei unserem netten Fahrer Herrn Martin bedankten.

Auch unserem lieben Janos gilt unser Dank, der es sich trotz Rekonvaleszenz nicht nehmen ließ, die Fahrt bestens zu organisieren und auch beim Ausflug nach Verona dabei zu sein.

Wir hoffen auf weitere schöne Reisen.

Quellen: Prospekte und Internet                                           Paula Kettner Sen.Arch.